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Technische Artikel

London - England, UK – June 1st 2009

Prepress Technik: „time to change“
(Übersetzung des Artikels in G&K TechMedia erschienene in Englisch am 19.März 2009).

Als die MaxPro Suite auf der Drupa 2008 im Innovations-Park das Erste mal dem Fachpublikum vorgestellt wurde und damit auch ein qualifizierter Blick auf den aktuellen Status Quo des technisch Machbarem ermöglicht wurde, waren Adjektive wie Innovativ, Revolutionär, Verblüffend nur ein Auszug der Reaktionen.
In diesem Artikel werden nun die Hintergründe und neuen Möglichkeiten die MaxPro im Verpackunsgdruck, durch einen neuen technischen Ansatz für die Produktion bietet, genau beleuchtet. Basis ist dabei das effektive Arbeiten mit gerasterten Dokumenten.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten war es beim wichtigen Produktionsschritt Prepress Standard, mit hochqualifiziertem Personal und speziellen Werkzeugen in einem aufwendigen Prozess drucktechnisch einwandfreie Druckdaten aus den gelieferten Kunden- oder Agenturdaten zu „zaubern“. War dies einfach, effizient, schnell und zu vertretbaren Kosten zu realisieren? Oder war die technische Umsetzung mit immer komplexeren Motiven und höheren Veredelungsstufen und Effekten, langsam, zeitaufwendig, kostenintensiv, und objektiv betrachtet, ein steiniger, schmerzhafter Weg, der aber in der Produktionskette notwendig und wichtig ist?

Der Bereich Druckvorstufe lässt sich ja langläufig in drei Hauptbereiche unterteilen:
a) Grafische Erstellung des Designs
b) Technische, druckorientierte Aufbereitung
c) Ausgabe von druckangepaßten Druckformen

Der erste Prozessschritt, das Erstellen einer grafisch ansprechenden Verpackung, basiert auf einem guten Konzept, Design und dem optimalen Layout von Texten, Grafiken, Logos und Bildern. Endprodukte sind hierbei Konzept Proofs, Mock-ups, Verpackungsmuster oder Animationen in 3D. Nach der Design Freigabe durch den Endkunden wird das Produkt im zweiten Schritt technisch umgesetzt. Ziel ist es das frei gegebene Design, druckbar zu machen.

D.h. die Design Sprache soll im geeigneten Druckprozess reproduzierbar gemacht werden. Aktuell realisiert man dies mit viel Aufwand, dessen Wirkung eigentlich nicht sichtbar sein soll! Dazu gehören unter anderem: Datenprüfung, Datenübernahme beziehungsweise Konvertierungen, drucktechnische Überprüfung von aktuell immer komplexer werdenden Objekten und Grafiken, Plazierung innerhalb der Stanzformen, Erstellen und Bearbeiten von Separationen für alle Elemente, Farb- und Objektanpassungen für kritische Elemente, Überfüllungen, Aufbreitung von Bilddaten und Verläufe und abschliessend das Erstellen des Druckform Layouts. Der dritte Bereich stellt die zuverlässige Ausgabe des Druckform Layouts für den anschliessenden Druckprozess dar.

In den letzten 10 Jahren haben wir grosse Fortschritte im grafischen Bereich erlebt. Wir haben deutlichen Entwicklungsschritten und innovativen Werkzeugen bei Adobe Produkten mit Illustrator, InDesign und Photoshop. Aktuell wird auch wieder verst ärkt QuarkXPress genutzt. So nutzen heute Grafiker starke, effektive Werkzeuge und Effekte die den kreativen Part optimal unterstützen. Die Werkzeuge ermöglichen brilliante Designs die die Produkte und Marken best möglich vom Hersteller zum Kunden transportieren.

Ebenso sind die aktuellen Ausgabemöglichkeiten in der Lage, höchste Qualität, detailgetreu auf alle gängigen Sujets zu übertragen. Dies mit Auflösungen und Qualitäten die vor 5 Jahren noch undenkbar erschienen. Nicht vergessen sollten wir dabei auch das direkteste Druckverfahren, den Digitaldruck, der mit neusten Ink Jet Technologien und vielen Innovationen in Bereiche des traditionellen Drucks vordringt. Es ist damit in vielen Bereichen ein alternatives, zukunftsorientiertes, vollwertiges Druckverfahren geworden.

Welche Entwicklung ist bei der technischen Umsetzung und damit dem wichtigen Bindeglied zwischen Design und Druck in Sicht? Halten die verfügbaren „traditionellen“ Lösungen mit den sehr innovativen und effektiven Verbesserungen der vor- und nach gelagerten Prozessen Schritt? Dies scheint aktuell fraglich.

Anwendungen die vor 15 Jahren entwickelt worden sind um technische Anforderungen zu meistern, können Heute oft zum Flaschenhals der Produktion werden.
Warum ist dies so?
Hat die Technologie in diesem Bereich die Entwicklung nicht mitgemacht oder ist sie nur zögerlich und aufwendig angepasst worden?

Fest steht, dass Reprobetriebe und Spezialisten, die diesen technischen Part übernehmen und aufwendig abstimmen, aktuell viel Zeit, aufwendigste Technik und letztendlich hohe Kosten aufwenden. Die Arbeit wird traditionell im Vektor Umfeld erledigt. Unter praktischen und betriebswirtschaftlich relevanten Gesichtspunkten müssen wir also von einem Zeit- und Kostenintensiven und damit antiquierten Prozess sprechen.

Der springende Punkt.

Traditionell wird das Rastern der Dokumente verzögert bis zur Ausgabe der Druckform. Erst an diesem Punkt der Prozesses, werden die zunehmend komplexeren Vektor Dokumente ( die wir durch das Vektor Trapping und hinzufügen von Separationen und Ebenen noch wesentlich komplexer machen) als PDF oder PS gesichert und werden durch den Rip-, Kalibrierungs- und Raster-Prozess in das endgültige Ausgabeformat gewandelt. Letztendlich kann erst zu diesem Zeitpunkt festgestellt werden, ob wir eine korrekte Umsetzung vom Vektor Format in ein gänzlich anderes Ausgabeformat erreicht haben.

Bestandteile und Anforderungen wie Vektoren, Bilder, Texte, Effekte, Transparenzen, Opazitäten und Überfüllungen müssen von einem Interpreter richtig umgesetzt werden, damit Ein- und Ausgabe über ein stimmen. Wir sehen also zum Schluss ob die beim Prozessstart gemachten Anpassungen der Daten richtig war.


Aber warum warten wir bis zum letzten Moment um zu sehen ob ein doch aufwendiger Prozess wie die technische Aufbereitung der Grafik Daten einwandfrei ausgeführt wurde?

Warum muss ich ein komplexes Drucklayout am Ende des Arbeitsschrittes rippen um fest zu stellen das ein Element verschoben, abgedeckt oder verschwunden ist, einen Überfüllung fehlt oder farblich falsch ist, eine Schrift fehlt, Farben falsch sind, Elemente ausgespart oder doch überdruckend sind, Bilder fehlen oder die Auflösung doch nur interpoliert wurde. Sollte die Antwort auf viele dieser Fragen sein: „Weil das der Weg ist den wir alle gehen“, dann ist es höchste Zeit für einen Wechsel. So gesehen passt „time to change“ und „Yes we can“ wunderbar und nicht ausschliesslich politisch korrekt zusammen.

Die Zukunft mag also in gerasterten Reprodaten liegen weil ein Dokument das grafisch und inhaltlich frei gegeben wurde duch das frühe Rippen, den Repro Operator vom komplexen, zeitaufwendigen Vektor handling befreit! Es wird endlich ein arbeiten ermöglicht, bei dem Einfachheit, klare Strukturen und Werkzeuge, Übersichtlichkeit, Effizienz, hohe Bearbeitungsgeschwindigkeit und 100% Datenintegrität die Norm sind.


Dies müssen einige der Aspekte sein, warum die MaxPro suite auf der Drupa als Revolutionär, Innovativ bezeichnet wurde.

Mythos und Realität.

Die Möglichkeit ein Dokument zu diesem frühen Zeitpunkt zu Rastern scheinen verlockend, aber wir sollten einige Raster Mythen im Zusammenhang mit der Verwendung der MaxPro suite genauer betrachten:

Mythos Nr. 1 - Raster Dokumente sind zu gross um sie zu bearbeiten

Wahrscheinlich vor 10 Jahren, heute nicht mehr. MaxPro Raster Dokumente enthalten Linework, Contone und wenn notwendige ein Hi Res Contone, verbunden in einem Dokument. Man nutzt zwei Contones in unterschiedlichen Auflösungen. Standard Auflösung für die Bildinformation und hochaufgelöste Auflösung dort wo Strich- und Bildinfo oder Effekte sich überlagern. Spezielle kompressions Algorithmen ergeben extrem kleine Dokumenten- grössen.

Mythos Nr. 2 - Raster Dokumente lassen sich nur langsam bearbeiten.

Scherzen Sie? Wann haben Sie das letzte mal vor den Bildschirm gewartet bis ein komplexes Vektor Dokument gerendert wurde. Zur Ausgabe, zum Überfüllen oder um eine einfache Anforderung wie ein einzoomen oder scrollen aus zu führen.
MaxPro Raster Dokumente können leicht im Bruchteil der Zeit geöffnet, geprüft, bearbeitet, geschlossen und ausgegeben werden.

Mythos Nr. 3 - Aber wenn ich ein grosses Rasterdokument in Photoshop öffne dauert das öffnen, bearbeiten und schliessen sehr lange. Das sollte doch dann auch bei MaxPro Dokumenten so sein?

Geschwindigkeit ist abhängig vom Dokumenten Format und der Programm Architektur. Photoshop ist eine professionelle Bildbearbeitungs Software, nicht gemacht um hoch aufgelösste Lineworks und Grafiken zu bearbeiten. MaxPro ist einen professionelle Druckvorstufen Lösung, speziell entwickelt um schnell und einfach technische Anforderungen wie Überfüllungen, Farbanpassungen, und das effektive handling von Sonderfarben sowie ein effizientes Erstellen von Druckformlayouts zu ermöglichen.


Raster und Vektor im Vergleich

Sobald das Dokument zum Arbeitsbeginn gerippt wurde, steht es so wie der es ausgegeben werden wird zur Verfügung. Wir arbeiten also 1:1 und sind in der Lage sofort zu sehen wie alle Elemente umgesetzt wurden. Nun kann die technische Umsetzung auf den finalen Daten ausgeführt werden. Dabei nutzt ein MaxPro Operator ein echtes WYSIWYG (What You See Is What You Get) – dies ist bei Vektoren nicht so.

Zusätzlich birgt das Überfüllen von gerasterten MaxPro Dokumenten weitaus weniger Schwierigkeiten als in einem Vektor Umfeld. MaxPro nutzt eine farborientiertes Überfüllungsmethode im Gegensatz zum Vektor orientierten Arbeiten, da dort Objekte und Vektoren genutzt werden. So sind in MaxPro zeitaufwendige Aufgaben wie Überfüllungen auch wenn Sie traditionell schwierig erscheinen (in Transparenzen, Verläufe und zu bzw zwischen Bildern) schnell und mühelos zu erstellen.

Das Rastern der MaxPro Dokumente direkt nach der Designfreigabe bringt zusätzliche Vorteile. Das Umfärben, Erstellen oder Ändern von eigenen Benutzer-, Sonder- und Pantone Farben benötigt wesentlich weniger Aufwand als in einer Ansammlung von Vektoren und Einzelobjekten.

Für das Erstellung eines Ausgabe-Layouts ist es oft notwendig ein in der Weiterverarbeitung genutztes Stanzlayout zu nutzen. CAD Dokumente können komplex sein und ergeben in einer Vektor Umgebung, wo bereits aufwendige Einzelnutzen verwendet werden, komplexe Endlayouts wobei sich die Einzelnutzeninhalte im Ausgabe PDF oder PS Dokument deutlich multipliezieren. Die ergibt grosse und bearbeitungs intensive Dokumente die dann noch gerippt werden müssen. Im Gegensatz dazu existieren in der MaxPro Arbeitsumgebung grosse, komplexe Endfiles nicht. Das Dokument ist bereits vor dem Arbeitsbeginn gerippt worden und kann direkt und unmittelbar ausgegeben werden. Es ist auch immer zu 100% sicher gestellt, dass die Einzelnutzen Inhalte richtig in der Form ausgegeben werden.

Ein wesentlicher Vorteil liegt zudem in der direkten Ausgabe der fertigen Daten. Das Ausgabe Rip fügt den vorgerippten Daten lediglich noch die Kalibrierung und die Rasterpunktform bei. So das die Belichtung der Ausgabemedien direkt starten kann. Am oft zeitkritischen Ende des Bearbeitungsprozesses wird so extrem Zeit eingespart. Ein heute wesentlicher Zeitvorteil.

Für die Zukunft mit dem Digital Druck Ausgaben sind MaxPro Anwender bestens gerüstet da die genutzten Datenformate für die Ausgabe dort die Rasterinfos sind. Es ist offensichtlich, dass dort neben den bereits genannten Vorteilen ein wesentlicher Vorteil in der effektiven, schnellen Übertragung von finalen Daten liegen wird.

Abschliessend kann vom Sicherheitsaspekt her und was die 100% Datenintegrität betrifft, für zum Prozess-Beginn gerasterte Dokumente in Anspruch genommen werden, dass ausnahmslos alle Informationen die am Bildschirm sichtbar sind, auch genau so auf dem Poof, der Druckform und im Druck ausgegeben wird. Dies bietet zwar keinen zeitliche Vorteil, aber ein durchaus beruhgendes Gefühl im Gesamtprozess und bei dezentral agierenden Produktionseinheiten. Das die MaxPro Suite damit auch extrem interessant ist für Firmen aus dem Bereich Pharma, Sicherheitsdruck, hat das aktuell hohe Interesse bisher deutlich gezeigt. MaxPro erfüllt die hohen Ansprüche aus diesem Bereich zuverlässig und sicher!

Die ökonomischen Herrausforderungen den wir uns alle seit Ende 2008 stellen müssen, zwingen die Industrie, Kosten und Zeit noch effektiver ein zu sparen ohne Qualität zu verlieren. Grosses Potenzial bieten dabei die Prepress Abteilungen und die Arbeitsmethoden dort.

Verfasser: Steve Donegan MBA

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